Können Männer* Feministen* sein?

Warum Feminismus nicht nur für Frauen* wichtig ist …

… und was Feminismus überhaupt bedeutet.


Wenn wir uns sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich umhören, vertreten einige Menschen die Ansicht, Feminismus sei heutzutage nicht mehr nötig oder gehe in eine zu radikale Richtung. Zudem gehen manche von dem klischeebehafteten Bild aus, dass Feministinnen per se Frauen sind und unbedingt besser sein wollen als Männer. So zeigen die Ergebnisse einer Umfrage aus dem Jahr 2016, die unter Personen, welche sich nicht als Feministinnen betiteln würden erhoben wurde, dass rund 34 % der befragten Frauen* auf die Frage, warum sie keine Feministinnen seien, sich nicht so bezeichnen würden, weil Feministinnen „meist zu extrem sind“. Rund 50 % der Männer* gaben ebenfalls diesen Grund an.
Doch um die im Titel gestellte Frage beantworten zu können und einige Klischees aus dem Weg zu räumen, sollten wir uns zuallererst damit auseinandersetzen, was Feminismus überhaupt bedeutet. Dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass jeder den Begriff anders interpretieren und definieren kann, sich die Grundaussagen allerdings zumeist überschneiden. Demzufolge ist das Ziel des Feminismus die Gleichberechtigung aller Menschen und Geschlechter, vor allem insofern, dass alle Menschen gleich viel wert sind und die gleichen Chancen haben sollten. Ebenso wichtig ist der Aspekt, dass es allen Menschen möglich sein sollte, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Glauben oder sexueller Orientierung usw. selbstbestimmt und frei in ihren Entscheidungen zu leben. Wir sollten alle selbst entscheiden können, uns so auszuleben und das eigene Leben, die eigene Zukunft so zu gestalten, wie wir selbst es wollen, ohne deswegen benachteiligt, verurteilt oder sexualisiert zu werden. Denn bei der Feminismus-Bewegung geht es auch darum, Vorurteile zu hinterfragen und die sexistischen Rollenbilder zu reflektieren und abzulegen, mit denen wir nun mal großgeworden sind und die vor allem (aber nicht nur) in Filmen, Fernsehen und Werbung repräsentiert sind und reproduziert werden. Feminismus klärt Missstände auf, sensibilisiert uns für jede Art von Unterdrückung und setzt sich für die Freiheit aller Menschen ein. Letztendlich ist Feminismus meiner Definition nach humanistisch und für alle offen. Sexismus schadet nicht nur Frauen, sondern auch Männern* (und Menschen mit anderen Geschlechtsidentitäten), da allen Geschlechtern ein von Vorurteilen und bestimmten Eigenschaften geprägtes Bild aufgezwungen wird. Deutlich werden diese sexistischen Mechanismen, sobald Mann* oder Frau* etwas nicht typisch „Männliches“ oder „Weibliches“ tut oder nicht den gegebenen Vorstellungen und Erwartungen der Gesellschaft entspricht. Darüber hinaus resultiert das klischeebehaftete Verhalten zum größten Teil aus den Erwartungshaltungen der Gesellschaft und nicht aus biologischen oder genetischen Aspekten, wie einige Studien belegen. Klar, die Forschung ist sich einig, dass es neurobiologische Unterschiede gibt. Diese tragen jedoch nicht dazu bei, dass „geschlechtertypische“ Verhaltensweisen entstehen. Solche werden vielmehr durch Erziehung und Sozialisation gebildet.
Alles in allem geht es Feministen* und Feministinnen* vor allem um den Kampf gegen Unterdrückung und Sexismus und für gleiche Chancen, Selbstbestimmung und Reflexion, weshalb der Feminismus alle Geschlechter und Menschen betrifft.
Dementsprechend kann ich für mich die Titelfrage so beantworten: Ja, Feminismus ist für uns alle wichtig und nicht nur „Frauen*sache“.
Was denkt ihr?


Alles Liebe, eure Caro Maya

P.S: Hier ist eine Quelle zur Studie über die Verhaltensmuster für euch, falls ihr euch weiter informieren wollt. Ist super interessant!! https://taz.de/Neurobiologische-Geschlechtsunterschiede/!5064399/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.